Im Dezember letzten Jahres zirkulierte ein Video im Internet, das eine Design Studie des schwedischen Verlags Bonnier über die Zukunft der Reader und der Ebooks darstellte. Wenn man es heute ansieht und dabei das Ipad im Hinterkopf hat, dann kann man erkennen, das Apple seine Hausaufgaben durchaus gemacht hat und im Hinblick auf die Verlage, die auf so eine Lösung warten, sich ein Sternchen verdienen könnte. Was bei der aktuellen Ipad-Diskussion einfach mal so unter den Tisch fällt, das ist jener Punkt, der im Hintergrund schon lange in der Presse zirkuliert: Verlage (oder besser Magazine) sterben momentan reihenweise. Es herrscht ein großes Chaos an Ideen wie es weitergehen soll, wenn es überhaupt weiter geht. Man vergisst mehr und mehr, wozu es eigentlich Zeitschriften, Magazine und überhaupt Verlage gab. Diese Konzepte gehören zu etwas, was leicht zu ersetzen scheint. Tatsache ist jedoch: Ein monatliches oder wöchentliches Periodikum kann eine viel größere Breitenwirkung erreichen als eine Menge Blogs, die ihre Schnelllebigkeit quasi als Konzept vor sich her tragen. Magazine sind – wenn sie sich als soetwas begreifen wollen – auch die Mitte zwischen den Blogs und den Büchern. Sie haben einen Sammler- und Nachschlagewert und leben von einer Ästhetik und Gestaltung, die man gerne mit heim nimmt und besitzen möchte. Diese Dinge sollten bleiben. Und das ist mit ein Grund, warum es schön wäre, wenn das Konzept des Ipads in dieser Hinsicht eine Chance hätte, auch wenn es Wünsche gibt. Denn beim Ipad treffen sich endlich mal Verlags- und Leservorstellungen auf einer annehmbaren Ebene. Mit dem epub-Format, das ich aus anderen Gründen genial finde, werden sich Magazine niemals identifizieren können, und es dürfte auch keine Rettung für sie darstellen. Das Ipad jedoch wirkt wie die schrittweise Verwirklichung des Bonnier Videos vom letztem Jahr.
(via Netzfundbüro)



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